Presse
29.07.2010, 10:09 Uhr | Märkische Allgemeine / Frank Pawlowski
Reporter-Besuch aus der Ukraine
BEGEGNUNG: Mittenwaldes Bürgermeister organisiert Medientreffen in Berlin mit Radiosender und MAZ
Die Begegnung mit den deutschen Journalisten war die este Station einer Rundreise der Ukrainer durch Europa. Das Mittenwalde dabei eine Schlüsselrolle spielte, war Zufall - aber eigentlich auch wieder nicht.
BERLIN - Wo bleiben sie denn? Seit ein paar Minuten sind die ukrainischen Journalisten schon überfällig. Programmdirektor Thorsten Wittke von Radio Paradiso wartet vor der imposanten Villa am Wannsee in Berlin, in deren Keller sich die Studios befinden. Es ist Dienstagnachmittag kurz nach fünf.

Wittke hat einen langen Arbeitstag hinter sich, frühmorgens moderierte er die Morningshow im Radio. Das ist auch der Grund für die Verabredung mit den Ukrainern in Berlin und nicht beim Paradiso-Tochter-Sender in Königs Wusterhausen, dem Lokalradio auf dem Funkerberg. Die Gäste aus der Großstadt Vinnitsa, 250 Kilometer südwestlich von Kiew gelegen, wollen etwas über die Arbeit der Medien in Deutschland erfahren. Der Königs-Wusterhausener Lokalchef der MAZ, Frank Pawlowski, ist ebenfalls eingeladen worden.

Da kommen sie endlich. Mittendrin im Gästepulk, neben Dolmetscherin Tetyana Neprytska, ist Mittenwaldes Bürgermeister Uwe Pfeiffer. Er hat die Begegnung der Medienmacher organisiert. Die Aufgabe fiel ihm eher zufällig zu – doch dass er angesprochen wurde, war kein Zufall. Mittenwalde hat eine ukrainische Partnergemeinde. Über diesen Kontakt landete die Anfrage der internationalen Gesellschaft Ukraine-Polen-Deutschland bei Uwe Pfeiffer, sie veranstaltet die Journalistenreise.

Mit Thorsten Wittke geht es hinunter in den Studio-Keller. Um diese Zeit sind die meisten Arbeitsplätze schon verwaist. Im Paradiso-Studio ist gerade eine Moderatorin auf Sendung. Da ruft plötzlich Uwe Pfeiffer in die Runde: „Grüßt doch eure Leute in Berlin!“ Programmchef Wittke nickt, und schon füllt sich das kleine Studio. Bei der nächsten Ansage ist es so weit. Igor bekommt das Wort. „Journalisten aus der Ukraine grüßen die Hörer von Paradiso!“, sagt er. Dann rufen es alle gemeinsam im Chor und klatschen. Die Gäste sind begeistert.

Wittke berichtet über die Senderfamilie, zu der noch Jam FM und Jazz-Radio gehören. Ein Ukrainer will wissen, ob es eine Quote für deutsche Musik gibt. Der Programm-Chef lächelt und verneint.

Draußen im Garten wird die Gesprächsrunde fortgesetzt. Frank Pawlowski stellt die Märkische Allgemeine vor, erzählt vom Verbreitungsgebiet, das sich über die Hälfte des Landes Brandenburgs erstreckt. Er spricht über die MAZ-Auflage, die alle anderen Abo-Tageszeitungen in Berlin und Brandenburg übertrifft. Die Gäste wollen wissen, ob Einfluss auf die Berichterstattung genommen wird und ob Politiker kritisiert werden dürfen. Von der Unabhängigkeit der Medien hierzulande sind die Ukrainer am meisten beeindruckt. Sie selbst arbeiten zwar alle auch bei nicht staatlichen Zeitungen, Radio- und TV-Sendern, wie sie berichten. „Aber so weit wie ihr sind wir noch nicht“, sagt eine Teilnehmerin. Nach gut zwei Stunden neigt sich die Begegnung dem Ende. Die Ukrainer bedanken sich und überraschen ihre Gastgeber mit Geschenken – jeder bekommt eine Flasche ukrainischen Wodka und Schnappsgläser dazu. Uwe Pfeiffer hatte noch kurz überlegt, den Besuchern seine Stadt Mittenwalde zu zeigen. Doch dafür ist keine Zeit mehr. Gestern machten sich die Ukrainer schon auf den Weg nach Brüssel. Nürnberg und Prag sind weitere Stationen ihrer Reise.

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